Bürgermeister von Korfu protestiert in Frankfurt und in Berlin per Skype

Am 30.6. fand in Frankfurt/Main und am 1.7.2016 in Berlin jeweils eine Diskussionsveranstaltung zur Flughafenprivatisierung statt. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Der Bürgermeister von Korfu, Kostas Nikolouzos, konnte nur per Skype teilnehmen, obwohl er sehr gerne gekommen wäre. Wegen eines akuten Streits um eine Mülldeponie türmen sich die Müllberge auf Korfu, weswegen er unabkömmlich war.

In Frankfurt informierte Alexis Passadakis (attac) und in Berlin Niels Kadritzke (Le Monde diplomatique – deutsche Ausgabe) über die Zwangsprivatisierungen in Griechenland. Der Bürgermeister von Korfu kritisierte die Privatisierungen scharf. Seiner Meinung nach werden sie durch die koloniale Macht der EU aufgezwungen. Sie würden die Griech*innen der Möglichkeit berauben, selbst zu bestimmen, wie sie ihr Land gestalten wollen.

Anlässlich der Veranstaltungen wurde eine Aufklärungsbroschüre mit Hintergrund-Texten und Dokumentationen veröffentlicht: siehe hier

Die Pressewirkung der Diskussionsveranstaltungen war groß. Die Frankfurter Rundschau und die Tageszeitung veröffentlichten Interviews mit dem Bürgermeister. Die Deutsche Welle interviewte Ralf Kliche, einen der Organisatoren der Veranstaltungen. Die Nachdenkseiten brachten Hinweise auf die Broschüre und veröffentlichten den Junge- Welt-Artikel (unten). Die ungarische Tageszeitung Magyar Idők will am kommenden Wochenende ein Interview mit Kostas Nikolouzos abdrucken. Sowohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung als auch die Nachrichtenagentur Bloomberg wollten die Aufklärungsbroschüre mit Hintergrund-Texten (s.o.) zugeschickt bekommen.

Die „Junge Welt“ veröffentlichte vor der Veranstaltung ein Interview mit Ulrike Eifler (DGB-Vorsitzende von Südosthessen), die während der Frankfurter Veranstaltung Podiumsbeitragende war, und am 4.7. einen Beitrag über die Veranstaltung in Frankfurt , den wir im folgenden dokumentieren:

„Filetstücke zwangsprivatisiert

Die Fraport AG hat die Euro-Krise genutzt, um Griechenlands Flughäfen aufzukaufen. Die Risiken darf das Land weiterhin selbst tragen

Das Netzwerk der Griechenlandsolidarität in Frankfurt am Main hatte am Donnerstag, im Vorfeld des »Oxi«-Jubiläums, zur Debatte mit Kostas Nikolouzos, dem Bürgermeister der Insel Korfu, eingeladen. Morgen jährt sich der Tag des »Nein« des griechischen Volkes gegen das EU-Kürzungsdiktat, welches von der sogenannten Troika einfach ausgehebelt wurde. Damals hatten fast 62 Prozent der Referendumsteilnehmer gegen die Troika-Pläne gestimmt, und somit auch gegen die Zwangsprivatisierung der 14 griechischen Flughäfen. Für die Griechen ist das ein hochsensibles Thema. Nikolouzos, Gründungsmitglied von Syriza, war am Donnerstag per Skype zugeschaltet, da er sich auf Korfu Regierungsgeschäften widmen müsse. Er äußerte »Freude und Genugtuung«, als griechischer Politiker überhaupt nach Deutschland eingeladen zu werden, um diese dringlichen Probleme zu diskutieren. Also erläuterte er von der Leinwand den etwa 150 Zuhörern die Folgen jenes Knebelvertrags, der unter den Bedingungen der Griechenland von der EU auferlegten Memoranden zustande gekommen ist. Diese glichen einer »postkolonialen Vereinbarung«. weiterlesen Beitrag Junge Welt vom 4.7.

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