Fünftes Rundschreiben an die Zeichner des Appells zugunsten der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki

zug der erinnerung - thessalonikiZug der Erinnerung e. V.
Im Juli 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freunde,

in diesen Tagen sind wir Zeitzeugen einer katastrophalen Verkehrung der europäischen
Geschichte:

– Die Nation, die über unseren Kontinent unendliches Leid brachte und ihre Schulden nie hat zahlen müssen, treibt Schulden der früheren Opfer ein. Deutschland tritt als Zuchtmeister der Überlebenden auf und drückt sie in Elend und Armut.

Wie soll man den Familien der aus Thessaloniki verschleppten Griechen erklären, dass sich Deutschland weigert, die erpressten Fahrtkosten nach Auschwitz zurückzuzahlen (89 Millionen Euro), und dasselbe Deutschland auf einer peniblen Begleichung seiner Bankkredite besteht – koste es was es wolle?

Wie fühlt es sich in Ioannina, Distomo und in all den anderen Märtyrerorten an, wenn Deutschland sich weigert, die Schäden seiner Massaker zu entgelten (290 Milliarden Euro), und dasselbe Deutschland den griechischen Staat als schadhaft bezeichnet: ein „failing state“, den man abwickeln sollte?

– Die Verkehrung von Respekt und Sühne in Herrschaftsallüren, die sich an Griechenland
austoben, erreicht täglich neue Ausmaße. Der Tenor in den deutschen Regierungsmedien und in den öffentlich-rechtlichen Anstalten macht Angst. Die bösartigen, verachtenden und rassistischen Äußerungen lassen für die Zukunft Europas Schlimmes befürchten.

Der „Zug der Erinnerung“, der mit Ihnen und gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde von
Thessaloniki von der deutschen Regierung Rechenschaft verlangt, stellt sich dieser Entwicklung entgegen. Wir freuen uns über die Unterstützung griechischer und deutscher Historiker, die in Athen und Berlin Beweise sichern, um die Einnahmen aus den antisemitischen Massendeportationen, aus den Plünderungen und Massakern zu dokumentieren.

Dem Deutschland, das anderen hochmütige Rechnungen präsentiert, wollen wir die Rechnungen seiner nie bezahlten Verbrechen präsentieren.

Deutschland muss seine Schulden bezahlen – in Thessaloniki, in Ioannina, Distomo und
überall in Griechenland!

Bitte verbreiten Sie unseren Appell:
www.zug-der-erinnerung.eu/appell/index.php

Bitte unterstützen Sie unser Beweissicherungsverfahren: Gegen die Tätererben bei der
Deutschen Bahn AG und gegen deren Eigentümerin, die Bundesrepublik Deutschland.*

Mit herzlichem Dank und den allerbesten Grüßen

Zug der Erinnerung e.V.
Tatjana Engel
Hans-Rüdiger Minow
Vorstand

* Spender werden über das Verfahren zur Beweissicherung über die Millioneneinnahmen des deutschen Staates bei den antisemitischen Massendeportationen in Griechenland fortlaufend informiert und erhalten eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung. Spendern, die 50 Euro und mehr erübrigen können, danken wir mit dem Buch „Der Zug der Erinnerung, die Deutsche Bahn und der Kampf gegen das Vergessen“ (448 Seiten; mit ganzseitigen, teils mehrfarbigen Exponaten aus der Zugausstellung).

Kreissparkasse Köln
IBAN: DE60 3705 0299 0352 550392
BIC: COKSDE33XXX

Der Verein ist beim Amtsgericht Montabaur registriert und wird vom Finanzamt Altenkirchen-Hachenburg als gemeinnützig anerkannt.
Mohrenbach 1
51598 Friesenhagen
E-Mail: info[at]zugde.eu
http://zug-der-erinnerung.eu
Zug der Erinnerung e.V., Mohrenbach 1, 51598 Friesenhagen

Download des Rundschreibens

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