Die Propaganda der Ja-Kampagne

Europe says OXI berichtet von einem HugeLeak: „Das Strategiepapier für die Ja-Kampagne der rechts-orientierten Pro-Austerität-Partei ‚Nea Dimokratia‘ ist an die Öffentlichkeit gelangt. Es enthält eine Reihe von Anweisungen für TV-Kanäle, Umfrage-Institute & Vertreter der JA-Kampagne. Zu den Methoden zählt es, ‚Frauen & Pensionäre zu ängstigen, weil sie die Verwundbarsten sind‘, ‚Schlangen vor Banken zu zeigen‘ & ‚Umfrageergebnisse zu fingieren mit 5-10 Punkten Vorsprung zugunsten der JA-Kampagne‘. Das Dokument zeigt, wie widerwärtig die Taktik der JA-Kampagne ist, um Angst & Chaos zu säen. Dieser Propaganda sind die Griechen ausgesetzt.“ –

Untenstehend findet ihr die komplette Übersetzung des Dokuments vom Griechischen ins Englische – plz spread the word!

Es gibt jetzt auch eine deutsche Übersetzung (Danke, Lee Berthine!) des Dokuments:

Propaganda oder nur Beeinflussung?

Die Entscheidung, wie die Griechen abstimmen werden, wird hauptsächlich davon bestimmt, was für das kollektive Unterbewusstsein auf dem Spiel steht. Zu diesem Zeitpunkt ist für die entscheidenden Zielgruppen noch unklar, was auf dem Spiel steht.

Ausschlaggebende Gruppen:
Zugunsten von NEIN
– Im leistungsfähigen Alter 25-55 J. (hauptsächlich 35-45)
– Ballungszentren
– SYRIZA-Wähler 2015 (~ 70 %)

Zugunsten von JA
– Rentner
– Ländliche Gegenden

– Die Wähler der Proeuropäischen Front (ND – POTAMI – PASOK – DIMAR) verfolgen größtenteils einen positiven Ansatz, mit Ausnahme der nicht unbedeutenden Neue Demokratie-Wähler, die mehr als 10 % ausmachen.

Unentschiedene
– Frauen
– Sehr junge Altersgruppen 18-25 J.
– SYRIZA-Wähler, die von PASOK stammen (~ 30 %)

Wir können feststellen, dass die große Masse der Bürger anwachsen und eine starke Mehrheit für JA sichern kann, wenn es SYRIZA-Wähler sind, die früher PASOK gewählt haben. Wir sollten uns Ihnen besonders widmen. Wir sollten die internationale Isolation des Landes und die Tatsache aufzeigen, dass Länder wie Russland und China sich von der Syriza-Regierung distanzieren. Aus diesem Grund muss unser politischer Diskurs sowie der symbolische Gehalt unserer Kommunikation überzeugend sein, vor allem aber gehört werden. Die offiziellen Stimmen des Pro-Memorandum ND überzeugen sie nicht. Sie hören ihnen nicht einmal zu.

Dies ist nicht der Zeitpunkt, um zu beweisen, dass das Klammerszenario des linken Flügels richtig war, und auch nicht, um Rache wegen der verlorenen Wahlen im Januar zu üben. Das Referendum hat keine parteipolitische, sondern nationale Bedeutung.
Die beiden Bürgermeister von Athen und Thessaloniki, Kaminis und Mpoutaris haben uns in der gestrigen Demonstration in Athen gut vertreten. Sie sollten am Freitag bei der Demonstration in der ersten Reihe stehen, neben Künstlern, Experten, Unternehmern, Arbeitslosen, Studenten, aber nicht offiziellen Parteivertretern (bis jetzt der Job von Menschen wie Christos Chomenidis, Pyrros Dimas, Dimitris Atheridis, sowie Vertretern der Produktionswirtschaft und den Handelskammern, die de facto eine Mehrheit der Vertreter darstellen, was außergewöhnlich ist).

Es ist besser, wenn im Fernsehen Vertreter der SYRIZA gezeigt werden, die mit Journalisten oder Vertretern der Produktionswirtschaft zusammentreffen, nicht offizielle ND-Vertreter. Je mehr parteipolitische Bipolarität erzeugt wird, umso mehr könnten wir den Eindruck erwecken, falsch zu liegen und das wäre schlecht.
Es ist die Zeit der Bürger, nicht der Politiker!

Daher berichten wir, während Bilder mit Warteschlangen vor Banken und Supermärkten gezeigt werden, von Umfragen, die eine doppelt so hohe Prozentzahl zugunsten von JA erheben. Heute morgen erreichte die Differenz in einer der Umfragen der Institute 10 %! Als die Debatten der politischen Führer auf die Tagesordnung kam, sank der prozentuale Anteil.

Dilemmata:
Euro vs. Drachme bedeutet einen Vorteil für JA.
Europa vs. Griechenland bedeutet einen kleinen Vorteil für NEIN.
Maßnahmen und Memorandum bedeuten Vorteil für NEIN.
Tsipras vs. Samaras, Vorteil für NEIN.
Tsipras vs. andere, nicht-politische Persönlichkeiten ist ein Vorteil für JA.

Schlussfolgerungen:
Die grundlegende politische Schlussfolgerung ist, um in der Volksabstimmung ein überwiegendes JA zu erhalten, muss der Schwerpunkt unserer Kampagne auf das LEBEN, die WÜRDE, die STABILITÄT der Griechen mit dem Euro, innerhalb Europas abzielen.
An diesem Sonntag stimmen wir für unser LAND, wir stimmen für unser LEBEN.
SLOGAN KONZEPT:
JA FÜR GRIECHENLAND
JA FÜR UNSER LEBEN (Sollte kompatibel sein mit dem Konzept der Online-Kampagne „JA für Griechenland, JA zum Euro“)
SUBSLOGAN

Am Sonntag stimmen alle Griechen zusammen mit JA für unser Land. Wir wählen die positiven Werte Stabilität und Würde.

Vorhersage des Endergebnisses:
Wir sind der Ansicht, dass die Perspektiven für JA positiv sind, aber wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Veränderung der öffentlichen Meinung (Pendeln) umgesetzt wird, die z.Zt. in enorm schnellen Rhythmen wechselt, auch nicht von denen, die zu JA tendieren.

Aus diesem Grund, sollten, soweit irgend möglich, die Umfragewerte/ soziale Dynamik zugunsten von JA durch repräsentative Kurven/Statistiken von Umfrageinstituten dargestellt werden, um zu zeigen, dass eine stabile Dynamik vorliegt – aktuell zugunsten von JA. Aber nicht mit einem ähnlich hohen Prozentsatz, da die Menschen immer noch misstrauisch sind gegenüber Umfragen und den Umfrageunternehmen. Sie gelten als Teil des Systems.

Auf der anderen Seite sollte am Freitag, 3. Juli, dem letzten Tag, an dem es gesetzlich erlaubt ist, Umfragen zu veröffentlichen, ein klares und umfassendes Überwiegen von JA hervorgehoben werden, welches weder Platz für Zweifel erlaubt, noch Selbstgefälligkeit (unserer Wähler) zulässt.

Eine Differenz im Bereich von 5 bis 10 Prozent, je nach Umfrageunternehmen. Es ist wichtig zu beachten, dass in ähnlichen Referenden im Ausland, JA in der Regel unterrepräsentiert ist.

Wichtige Argumente/Punkte
Die Diskussion sollte über das zeitgerechte Thema Tourismus hinaus, auf drei weitere Punkte eingehen:

Was passiert am Tag danach, falls NEIN überwiegt, hinsichtlich:
– EU-Entwicklungsfonds
– Landwirtschaftlicher EU-Entwicklungsfonds
– Bankeinlagen

ACHTUNG!
Es ist wichtig, die Frage zu vermeiden – besonders nach der heutigen Rede von Tsipras – „Wer ist schuld am Bankenfeiertag?“. In diesem Punkt sind die Meinungen der Leute geteilt, das Problem ist technischer Art und schwer zu erklären. Daher müssen wir, statt zu diskutieren, warum die Banken geschlossen sind, den Menschen die folgende einfache Frage stellen: „UNTER WELCHER REGIERUNG WURDEN DIE BANKEN GESCHLOSSEN?“.

Demos Lab
N.K.

————————————-
englische Übersetzung:

leak

HUGE LEAK! The strategic document for the YES-campaign by the right-wing pro-austerity New Democracy has been leaked.

The strategic document contains a set of instructions for TV channels, polling companies and representatives of the YES-campaign. Among the tactics are „to scare women and pensioners, as they are the most vulnerable“, „show bank queues“ and „fabricate polls with 5-10 points difference in favor of YES“. The document comes to show how vile the YES-campaign’s tactics are in order to sow fear and chaos. This is what the Greeks are facing in terms of propaganda.

Here you can find the complete translation of the document:
_____________________________________________

The way that the Greeks will vote will be decided mainly from what the collective sub-consciousness will consider to be at stake. At this moment, for the crucial target groups what’s at stake is still unclear.

Crucial Groups:
In favor of NO
Productive ages 25-55 (mainly 35-45)
Urban centers
2015 SYRIZA voters (~70%)

In favor of YES
Pensioners
Countryside

The voters of the Pro-European Front (ND – POTAMI – PASOK – DIMAR) have to a large extent a positive approach, with the exception of a non-insignificant New Democracy voters that exceeds 10%

Undecided
Women
Very young ages 18-25
SYRIZA voters coming from PASOK (~30%)

Let us note that the big mass of citizens that can grow and secure a strong majority for YES, are the SYRIZA voters coming from PASOK. We should specifically refer to them. We should indicate the international isolation of the country and the fact that countries such as Russia and China are distancing themselves from the SYRIZA government. For this reason, our political discourse, as well as the symbolic content of our communication should be persuasive, but most importantly, heard. Officials of the pro-memorandum ND are not convincing them. They don’t even listen to them.

This is not the time to prove that the left-wing parenthesis scenario was correct, neither to take revenge for the lost elections of January. The referendum has a national, not a party character.
The two mayors of Athens and Thessaloniki, Kaminis and Mpoutaris represented us well in yesterday’s demonstration in Athens. They should also be put in the head of the Friday’s demonstration, next to artists, professionals, businessmen, unemployed-students, but not party officials (up to now the work of people like Christos Chomenidis, Pyrros Dimas, Dimitris Atheridis, as well as the representatives of productive institutions and the commerce chambers that hold a de facto majority of representation, is exceptional).

It is better to put in the TV shows officials of SYRIZA confronting journalists or productive sectors’ representatives, not ND officials. The more political party bipolarism is created, the more we are considered to be wrong and therefore make a bad impression.
It is the time of citizens, not politicians!

Indicatively, we report that whilst the images that prevail are the queues outside banks and the supermarkets, the exit polls difference in favor of YES are double in percentage. This morning, in one of the polls’ companies, the difference arrived at 10%! When the political leaders’ debate issue entered the agenda, the percentage fell.

Dilemmas:
Euro vs. Drachma gives advantage to YES
Europe vs. Greece small advantage to NO
Measures and Memorandum gives advantage to NO
Tsipras vs. Samaras to NO
Tsipras vs. other, non-political figures to YES

Conclusions:
The basic political conclusion is that in order for YES to prevail in the referendum, our campaign should focus on LIFE, DIGNITY, STABILITY of the Greeks, with Euro, inside Europe.
This Sunday we vote for our COUNTRY, we vote for our LIFE.
SLOGAN CONCEPT:
YES FOR GREECE
YES FOR OUR LIVES
(Should be compatible with the online campaign’s concep

t “Yes for Greece, YES for Euro”)
SUBSLOGAN

On Sunday, all Greeks together vote YES for our country. We positively choose stability and dignity.

PREDICTION OF FINAL OUTCOME:
We consider that the perspectives of YES are positive, yet realizing the change in the public opinion stance (swing), as it happens with tremendously rapid rhythms, cannot be believed neither by those who are swinging towards YES.

That is why, to the extent that it is possible, the poll/social dynamic in favor of YES should be represented scaling by the poll companies, that is to show that there is a dynamic – current in favor of YES, which is stable. But not with similar percentages, as the people are still suspicious towards poll companies. They are considered part of the system.

On the other hand, on Friday July 3rd, that is the last day allowed by law to publish polls, a clear and holistic prevailance of YES should be highlighted, one that does not allow any doubts to be raised, neither allows though (our voters) to become complacent.

A difference that ranges from 5 to 10 per cent, depending on the company. It is important to note that in similar referendums abroad, YES is usually underrepresented.

Key Arguments/Points
The discussion, beyond the tourism issue that is timely, should turn to three other points:

What will happen the day after, if NO prevails, with respect to:
– EU development funds
– EU agricultural development funds
– Bank deposits

ATTENTION!
It is important to avoid – especially after today’s Tsipras speech – the question “Whose fault is the bank holiday?”. There, the people’s opinions are divided, the issue is technical and hard to explain. That is why, instead of discussing why banks are closed, we should address to the people the following simple question: “UNDER WHICH GOVERNMENT DID BANKS CLOSE?”.

Demos Lab
N.K.

via #WeLoveGreece – echte Demokratie JETZT in ganz Europa!

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6 Antworten zu Die Propaganda der Ja-Kampagne

  1. kwirsch schreibt:

    Hat dies auf unwirsch rebloggt und kommentierte:
    Die Neoliberale Propagandamaschine

    Die Nea Dimokratia scheut die inhaltliche politische Auseinandersetzung zum Referendum, sondern taktiert und fährt eine gezielte Propaganda. Keine Politiker ihrer Partei sollen in den Vordergrund treten. Sie wissen, wie unbeliebt sie sind, nehme ich an. Die griechischen Verantwortlichen für den ganzen Salat drücken sich davor, Stellung zu beziehen. Es werden Promis vorgeschickt und Bilder wartenden Renter vor geschlossenen Banken sollen die Stimmung gegen Syriza anheizen. Der Hammer ist das Ende des Propaganda-Laufzettels:
    ATTENTION!
    It is important to avoid – especially after today’s Tsipras speech – the question “Whose fault is the bank holiday?”. There, the people’s opinions are divided, the issue is technical and hard to explain. That is why, instead of discussing why banks are closed, we should address to the people the following simple question: “UNDER WHICH GOVERNMENT DID BANKS CLOSE?”.

    Mich interessiert jetzt? Wer finanziert diese Kampagne?

    Gefällt 1 Person

  2. dame.von.welt schreibt:

    Hat dies auf dame.von.welt rebloggt.

    Gefällt mir

  3. geno schreibt:

    angela merkel: “wo ein wille ist, ist auch ein weg!” es könnte alles so einfach sein, mit dem richtigen willen und dem richtigen weg. wären da nicht die perspektivlosen, kleinkarierten und parteipolitischen positionen der eu-staatschefs um angela merkel mit deren angst vor den “neuen linken” in europa. aber gerade jetzt braucht es mutige minderheiten-gruppen die in europa für freiheit, zukunftstauglichkeit, bürgernähe und demokratie kämpfen.

    wer sein wissen aus der bildzeitung, den teletubbies (wolfgang bosbach, hans-werner sinn und volker kauder) oder vom schwäbischen schlaumeier wolfgang schäuble bezieht braucht sich über seine schleichende verblödung nicht zu wundern. die berichterstattung in deutschland ist (im gegensatz zu den internationalen medien) einseitig, wenn es um die neue griechische regierung geht. diese medien werden nicht müde die griechische regierung zu diskreditieren und einen grexit herbeizureden. “wir werden unsere gelder von den faulen griechen nie zurück bekommen!” natürlich nicht, wir haben griechenland auch nie gelder überwiesen. die kredite kamen von der geldpresse.
    mehr hierzu: https://campogeno.wordpress.com/2015/07/07/griechenland-die-risikolose-umschuldung/

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